Paula und Sarah

Wer hat den Größten? Die Entwicklung des Facebook-Exhibitionismus

Ich verstehe nicht, warum mir Männer Fotos von Schwänzen schicken? Ich stecke mir sie doch schon hinein, damit ich sie nicht ansehen muss!“

Nein, dieser Satz stammt nicht aus einer schlechten US-Serie, sondern war der Facebook-Status eines meiner „Friends“. Hmmmm….

Ich las ihn, ich habe ihn nicht ge-liked…und trotzdem konnte ich nicht aufhören daran zu denken. Wie viel darf man, auf Facebook preisgeben? Diese Frage stellen wir uns wahrscheinlich alle regelmässig. Ich dachte heutzutage überlegen Menschen bevor sie posten und finden einen Status, der Freunde-Familien-Arbeitskollegen-tauglich ist? Es erinnerte mich an die Anfänge von Facebook, als man noch viel offener war und seine „Friends“ auch wirklich „Friends“ waren. Die Erweiterung unserer „Friends“, bedeutete die Zensur unserer Posts. 

Trotz aller Zensur, erwische ich mich öfter beim fremdschämen. An manchen Tagen schäme ich mich für Leute die ihr Mittagessen fotografieren, mit hippen Mitte-Restaurants angeben, ihren Beziehungsstatus stündlich verändern, die über 16 sind und ihre Beziehung als „kompliziert“ angeben, die Bikini-Fotos posten, die ihre Kinder inszeniert fotografieren, die ihre Kinder nicht-inszeniert fotografieren, die Jugendfotos als Profilbilder verwenden, die mit beruflichen Erfolgen angeben, die sich über berufliche Misserfolge beschweren, die Urlaubsfotos posten, die ihre selbst-gestrickten Sachen posten, die Interviews mit sich posten, die Set-Bilder posten, die sich am Flughafen einchecken, die ihren Diät-Versuch dokumentieren, die ihre Blogs-posten, die mit Instagram fotografieren etc. Ich glaube jeder hat eine lange persönlich Liste von Facebook-Hates und trotzdem sind diese Hates nicht nur der Grund, warum wir alle bei der „Stasi für Freiweilige“ (Niavarani) mitmachen, sondern wir machen oft genau die Sachen, die wir von anderen als peinlich empfinden.

Hätte ich Kinder, würde ich sie minütlich auf Facebook stellen. Hätte ich eine gute Bikini-Figur, würde ich einen Sarah-Facebook-Pirelli-Kalender erstellen. Ich mache nicht nur viele der Dinge die ich „eigentlich“ peinlich finde, ich beneide auch viele um ihre peinlichen Posts. Wir müssen es uns eingestehen: wir sind alle auf Facebook um das peinliche Benehmen unserer Freunde und Bekannten auszuspionieren und insgeheim zu beneiden.

Es gibt eigentlich nur eine Sache auf Facebook, die ich wirklich hasse: Langweilige Profile, ohne Wall, mit wenigen Fotos und ohne eine herrliche Fremdschäm-Möglichkeit. Deswegen, Respekt an das Mädchen, das es schaffte 2012 mit einem Facebook-Status zu schocken! Du bist, ab jetzt das Highlight meines Newsfeeds!

Beitrag: Sarah 

3 thoughts on “Wer hat den Größten? Die Entwicklung des Facebook-Exhibitionismus

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