Film/Paula und Sarah

Girls- Die Enkeltöchter von Annie Hall


Spätestens seit Nora Ephron und Woody Allen, herrscht eine große Begeisterung für, nach dem Glück-suchenden, Leinwandhelden, deren Seelenleben genau so komplex, vielfältig, mutierend und hinterfragend ist wie die schlaflose Stadt in der sie leben.

1998 startete eine Fernsehserie namens Sex and The City, in der Sex, New York und vier unverwechselbare Frauen, die Hauptrollen spielten. Wieder wurde diese Stadt, der Schmelzpunkt aller Möglichkeiten und die Paarung mit Sex zum todsicheren Erfolgsrezept. Nach Sex and the City und Gossip Girl, läuft nun seit dem 17.10, auf dem Privatsender Glitz um 21:10, die neueste „Frauen in New York Serie“, namens „Girls“ . Anders als bei ihren Vorgängern, ist es eine Serie ohne Size Zero, ohne Sexszenen in La Perla BHs und natürlich auch ohne Manolos.

Lena Dunham, 26, das neueste Wunderkind HBOs, tapst mit Humor und Würde entlang des Weges, den Ikonen wie Ephron für sie geebnet haben. Dunham schrieb, produzierte, führte Regie und spielt die Hauptrolle in einer Serie über vier junge Frauen, mit denen wir uns, auch ohne jemals in New York gewesen zu sein, identifizieren können. Natürlich lässt es uns sehr schnell vermuten, dass nur in Zeiten einer so desaströsen Finanzkrise, wie sie Amerika erlebte, es möglich ist Park Avenue Princesses gegen Vorstadt Mädchen mit Problemzonen zu ersetzen. Allerdings, könnte man behaupten, dass Erwachsenwerden in den meisten Fällen eine Finanzkrise an sich ist und dadurch diese, teils autobiographische Serie, ein längst überfälliges, authentisches Portrait bildet. Es wäre vielleicht gefährlich zu behaupten, dass diese vier Frauen für eine Generation sprechen. Was sie aber auf jeden Fall tun ist, zu einer Generation zu sprechen.

Zwei Jahre nachdem Hannah (Dunham), das College absolviert hat, lebt sie in New York als arbeitslose Autorin. Als, ihre Eltern, ihr überraschenderweise kein Geld mehr geben, muss sie sich ohne Geld, ohne fertiges Buch und wie es scheint ohne Familie durchschlagen. Marnie (Allisson Williams), Jessa (Jemima Kirke) und Shoshana (Zosie Mamet) werden nun ihre Verbündeten. Mit ihnen manövriert sie sich durch Jobs, Mietnachzahlungen, Liebeskummer, Geschlechtskrankheiten und andere heikle Wendepunkte.

Hannah ist unsterblich in Adam verliebt, der nur mit ihr schlafen will. Sex Szenen werden minutenlang, ehrlich, ungemütlich, beschämend, ungeschickt und komisch dargestellt. Keine Delle wird versteckt und die Balance zwischen Sexualität, Intimität und Liebe erkundet. Es scheint als ob, es auch die Stadt der endlosen sexuellen Möglichkeiten ist und diese oft die Suche nach dem Glück benebeln. Oder wie Hannahs‘ Gynäkologin es formulierte:

Nicht mal wenn man mich dafür bezahlt, wäre ich nochmal gerne vierundzwanzig“ worauf Hannah antwortet „Und mich bezahlt man nicht einmal dafür!“ .

Marnie trennt sich von ihrem jahrelangen Freund, Shoshanna versucht krampfhaft mit Anfang zwanzig ihre Unschuld zu verlieren und Jessa ist die schöne Freundin, die jede Frau hat, und um dessen Second Hand Kleiderschrank und magnetische Anziehungskraft zu Männern, sie auch alle beneiden.

Es macht große Freude diesen Frauen und ihren Widersprüchlichkeiten zuzusehen. Die Realität des Alltags, den man nicht immer mit Cosmpolitans in einer Szene Bar beenden kann, rührte schon das amerikanische Publikum und brachte 4 Emmy Nominierung mit sich. Anders als Lena Dunham, die gerade einen Vertrag mit Random House über 3.5 Millionen Dollar für ihr erstes Buch unterschrieben hat, weiss Hannah nicht, ob sie jemals als erfolgreiche Autorin leben wird. Es ist der amerikanische Traum im entstehen und im scheitern. „If you can make it there, you can make it anywhere…its up to you New York, New York“.

Diese Serie ist für jeden der mal jung war, mal Träume hatte und merkte, dass auch wenn nicht alles plangemäß verläuft, man trotzdem mit Freunden darüber lachen darf. Es sind wahrscheinlich diese Freunde, die uns durchs Leben begleiten und es sind diese Probleme, deren Überwindungen aus träumenden Teenies, Erwachsene machen.

Hier ein Link zu HBO’S Girls Seite- mit Making Ofs und Interviews:

http://www.hbo.com/girls/index.html#

Anbei Links zu Amazon- da kann man ab dem 21. Dez die ganze erste Staffel bestellen und Tiny Furniture (Dunham’s erster Film) bestellen:

http://www.amazon.com/Girls-Complete-Season-Blu-ray-Digital/dp/B008CFZS1G/ref=sr_tr_1?ie=UTF8&qid=1352102201&sr=8-1&keywords=Girls+DVD

http://www.amazon.com/Tiny-Furniture-Criterion-Collection-Dunham/dp/B00687XNW6/ref=sr_1_2?s=movies-tv&ie=UTF8&qid=1352102941&sr=1-2&keywords=Tiny+furniture

Beitrag von: Sarah

4 thoughts on “Girls- Die Enkeltöchter von Annie Hall

  1. Danke! Ach! das ist ja witzig – willst du vielleicht was dazu schreiben? Wir freuen uns ja immer über Gastautoren und Synchronisation finde ich allgemein ein ganz spannendes Thema – ist ja auch sehr absurderweise sehr umstritten!

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